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Schaustellerverband: Volksfeste sollen Weltkulturerbe werden


von MB

09.12.2011 2:59

Etagenkarusell
Volksfeste als Weltkulturerbe?

Der Schaustellerbund klagt über immer schlechtere Saisons mit geringeren Einnahmen und hofft deshalb nun auf eine besondere Idee: deutsche Volksfeste sollen als Weltkulturerbe vorgeschlagen werden. Die Umsätze würden immer schlechter, und das trotz guter Besucherzahlen. Der deutsche Schaustellerverbund dokumentiert dies mit Zahlen: die rund 170 Millionen Besucher auf Volksfesten gaben circa zwei Millionen Euro aus. Das hört sich nicht schlecht an – allerdings stagnieren die Umsätze. „Es gibt viele Leute, die nur gucken und kein Geld ausgeben“, sagte Verbandssprecher Christoph Jansen. Für Betreiber von Kinderkarussells sei es mittlerweile sehr schwierig, weil kaum noch relevantes Publikum zugegen sei. Dazu sagte Thilo-Harry Wollenschläger vom Fachverband reisender Schausteller im Land Brandenburg der „Märkischen Allgemeinen“: „Viele Familien mit Kindern können sich die Kirmes nicht mehr so einfach leisten.“ Zudem spielen andere Faktoren mit rein: höhere Energiekosten oder die Erhöhung der Gebühren von Seiten der Städte und Gemeinden. Lege man diese Unkosten auf die Kunden um, werden sie verschreckt und bleiben aus. Auch die traditionellen Losbuden haben zu kämpfen. Wollenschläger vermutet, dass die Gewinne im Zuge des Etablierung der Discounter einfach nicht mehr so attraktiv sind. Ein leidiges, aber fast schon Dauerthema sind die schlechten, verregneten Sommer. Auch im Jahr 2011 trübte das Wetter die Bilanz nachhaltig. Henry Probst vom Lausitzer Schaustellerverband zufolge ist zum Beispiel das Spreewaldfest in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) massiv betroffen gewesen. Immerhin lief der Herbst gut und auch das Weihnachtsgeschäft bürgt noch für gute Umsätze. Der Trend auf den Volksfesten und Jahrmärkten ist klar umrissen: das Publikum wird älter, berichtet der Schaustellerbund. Jansen erklärte, dass man Besucher aus dem Segment 50 plus Jahre vor allem mit romantischer Atmosphäre und Wohlfühleffekten auf die Feste locken könne. Damit ist für die Schausteller Familienfreundlichkeit und Tradition Trumpf. „Wir wollen keine Ballermann-Volksfeste in Deutschland, sondern Feste, auf denen sich die Menschen aller Generationen und Altersgruppen wohlfühlen“, sagte Verbandspräsident Albert Ritter. Der Verband spricht sich für eine Kandidatur der hiesigen Volksfestkultur als Unesco-Weltkulturerbe aus. Mit knapp 10.000 Jahrmärkten und 2.000 Weihnachtsmärkten gibt es nirgends in der Welt so viele Volksfeste wie in Deutschland.

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